Tischkicker Infos

Was man über Kickertische wissen sollte

Es kommt oft die Frage auf, was an einem Turnier-Tischkicker besser sein soll als an einem 100 Euro Kickertisch vom Discounter.

Wir möchten daher in diesem Artikel mal ausführlich auf die markanten Unterschiede zwischen einem Marken Tischkicker „made in germany“ und einem Discounter-Kickertisch – häufig „made in china“ – eingehen.

Die Unterschiede bei Tischkickern:

Der Korpus:
Der Korpus ist der „Körper“ des Tischkickers.

  • Wird meistens aus zu dünnem Holz gefertigt, teilweise sogar aus Plastik. Daraus ergibt sich ein sehr geringes Gewicht des Tischkickers, was dazu führt, dass der Tischkicker während eines hitzigen Spiels nicht stabil steht.
  • Markentische haben ein Gewicht von mindestens 80 Kilogramm und die Holzplatten des Korpus‘ sind mehrere cm dick.

Die Beine:

Die Beine werden direkt an den Korpus geschraubt und sollen den Kickertisch stabil da stehen lassen.

  • Ebenfalls meist aus zu dünnem und schwachem Material.
  • Da schon der Korpus zu leicht und aus zu dünnem Material gefertigt wird, gibt es auch keine stabile Verbindung zu den Beinen.
  • Da der Korpus und die Beine meistens bereits erhebliche Mängel aufweisen und somit ein fähiges Grundgerüst fehlt, lassen sich diese Tische auch nicht mehr nachträglich „tunen“.
  • Da hier teilweise hohe Kräfte auf den Schraubverbindungen wirken, kommt es an diesen Stellen häufig zu Problemen.

Die Stangen:

  • Meistens zu dünne und aus minderwertigem Material gefertigte Stangen, die schnell verbiegen oder sogar zerbrechen, Hände weg von Stangen mit Durchmessern unter 16mm.
  • Die Verchromung auf den Stangen ist oft minderwertig und blättert ab, was die Laufeigenschaften der Stangen extrem beeinträchtigt.
  • Bei Markentischen werden Hohlstangen mit 16mm Durchmesser verwendet, die selbst bei sehr hoher Beanspruchung nicht krumm werden.
  • In Markentischen werden Hohlstangen verbaut, da diese aufgrund ihres geringeren Gewichts bessere Spieleigenschaften besitzen.
  • Man kann nicht grundsätzlich sagen, ob Hohlstangen oder Vollstangen besser sind, es kommt dabei sehr auf das verwendete Material an.

Die Lager:

  • Oftmals werden minderwertige Kugellager verwendet, diese Kugellager bieten der Stange zu viel Spiel und verschleißen sehr schnell.
  • Im professionellen Bereich werden ausschließlich Gleitlager verwendet, diese sind günstiger und verschleißärmer. Werden diese mit Silikonöl geschmiert, hat man das Gefühl die Stangen schweben über den Tischkicker.

Das Spielfeld:

  • Das Spielfeld an sich wird häufig auf zu dünnen Holzplatten aufgebracht und diese schlecht stabilisiert, die Folge davon: Das Spielfeld hängt in der Mitte durch oder bekommt Dellen.
  • Auf einem schiefen Spielfeld lässt es sich nicht mehr anständig spielen, da der Ball nicht mehr so rollt wie er soll.
  • Die Beschichtung des Spielfelds ist zu rutschig um den Ball klemmen zu können.
  • Die Banden und Ecken sind nicht angehoben -> die Bälle bleiben an diesen Stellen außerhalb der Figurenreichweite liegen.

Die Figuren:

  • Die Abstände zwischen Figuren und Spielfeld passen oft nicht zusammen, folglich passiert es, dass die Bälle beim Schuss abheben und gegen die Stangen fliegen,
  • Oder der Ball nicht zwischen Spielfeld und Figurenkopf duchpasst, wenn die Stangen im Einzel auf den Kopf gedreht werden.
  • Bei Markentischen wird viel Entwicklungszeit in die Figuren gesteckt, um das passende Material, sowie den perfekten Abstand zum Spielfeld zu finden.

Die Bälle:

  • Die mitgelieferten Bälle sind meist eine Katastrophe, sie sind extrem rutschig (lassen sich nicht klemmen) und laufen nicht rund.
  • Mit dem Leonhart ITSF Ball gibt es mittlerweile einen Standard Ball für alle Soccer Tische deutscher Hersteller, mit diesem kann man auch auf so manchem billig Tischkicker noch Tischfußball Feeling erzeugen.

Ersatzteile:

  • Bei Kickertischen vom Discounter oder von Ebay kann es schwer werden kaputte Einzelteile zu ersetzen, meist bieten die Hersteller selbst keine Ersatzteile an und Ersatzteile von einem anderen Hersteller zu nutzen geht auch nicht, da es hier meist keine Standards gibt.
  • Bei Markenherstellern gibt es keine Probleme mit der Ersatzteil Beschaffung, die Ersatzteile können meistens online geordet werden. Außerdem lassen sich die Teile verschiedener Hersteller (Stangen, Figuren) teilweise untereinander tauschen.

Sonstiges:

  • Die Figuren sind falsch auf die Stangen aufgebracht. z.B.: Die Figuren der 2 Reihe können nicht über die komplette Torlänge bewegt werden.
  • Die Griffe sind schlecht geformt und aus glattem Material, so rutscht man mit schwitzigen Händen schnell ab.
  • Die Tische sind meist nicht höhenverstellbar und lassen sich somit auf unebenen Boden nicht gerade ausrichten. Höhenverstellbare Füße sind daher in jedem gescheiten Tischkicker Pflicht.

Muss ich mir einen Marken Tischkicker kaufen?

Man muss für sich selbst entscheiden, was man für einen Tischkicker haben möchte. Recht gute Kickertische werden von Tuniro bereits im Preissegment von 200-300 Euro angeboten (und somit nicht viel teurer als die Discounter Produkte). Und bilden damit die absolute Untergrenze. Diese Tische sind bestens für technisch weniger anspruchslose Spieler geeignet, die eher ein Spielgerät als ein Sportgerät suchen, aber trotzdem auf ein Mindestmaß an Qualität Wert legen. Die Produkte von Tuniro sind zwar ebenfalls in Fernost produziert, hier wird aber dennoch auf die Einhaltung von gewissen Qualitätsstandards Wert gelegt.

In diesem Zusammenhang möchte ich auf den Leeds Kicker verweisen, der für wenig Geld eine ordentliche Leistung abliefert. Unser Preis/Leistungs-Empfehlung: Leeds Tischkicker.

Für alle anspruchsvolleren ist der Ullrich Home für 399 Euro besser geeignet, hier bekommt man ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis, vor allem durch die optionalen Upgrade Möglichkeiten kann man hier einen günstigen Tisch mit den Eigenschaften eines Turniertisches erwerben.

Interessant ist auch der Wertverlust eines Kickertisches. Einen billigen Tischkicker werde ich nicht wieder los bekommen, der landet irgendwann auf dem Grobmüll. Einen Markentisch kann ich je nach Zustand, nach 1-2 Jahren wieder für 60-80% des Anschaffungspreises weiterverkaufen.

 

NoName gegen Marken-Tischkicker
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